Die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth schult aktuell Mitarbeiter der Notaufnahmen in Lviv und Kyiv in Fürth. Kommende Woche beginnen die darauf aufbauenden Trainings in der Ukraine.
Der Emergency Severity Index (ESI) ist ein international anerkanntes Sichtungsverfahren v.a. für Notaufnahmen, das mittels einer fünf-stufigen Ersteinschätzung die Patientensicherheit und -priorisierung verbessert.
In Zusammenarbeit mit ihren ukrainischen Partnern Universität Ternopil und dem National Rehabilitation Center Unbroken gibt das Instruktoren-Team der AGNF wertvolles Wissen an fünf ukrainische Experten weiter, die im Rahmen ihrer Ausbildung in Notaufnahmen in Fürth und Nürnberg hospitieren sowie theoretische und praktische Trainings durchlaufen. Die gemeinsame Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Einführung und Umsetzung des Triage Systems ist ebenfalls Bestandteil der Kooperation.
Laura Beutler, Leiterin der internationalen Projekte der AGNF, erläutert: „Die in Fürth ausgebildeten Ukrainer geben bereits ab kommender Woche ihr frisch erworbenes Wissen als Trainer bei Veranstaltungen in Lviv weiter, zu denen rund 200 Mitarbeiter ukrainischer Kliniken erwartet werden. Die besten unter ihnen erhalten eine zusätzliche Ausbildung, um weitere Multiplikatoren zu gewinnen, die wiederum ihre Kollegen in Sachen ESI schulen, so dass Patienten möglichst vieler Krankenhäuser in der Ukraine von einer optimierten Patientenpriorisierung profitieren können“.
Die ESI-Triage Schulungen sind Bestandteil zahlreicher Projekte, die die AGNF nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine ins Leben gerufen hat. Neben dem Ausbau notfallmedizinischer Strukturen hat die AGNF beispielsweise Hilfslieferungen in die Ukraine initiiert. Das ESI-Triage Projekt wird vom GIZ-Förderprogramm Klinikpartnerschaften unterstützt.